Regionalgruppe Rhein-Main am 10. Mai in Darmstadt

Am 10. Mai 2026 traf sich die Regionalgruppe Rhein-Main in Darmstadt zu einem Stadtspaziergang auf den Spuren jüdischer Erinnerungsorte und aktueller Erinnerungskultur.

Die erste Station, das Denkzeichen Güterbahnhof, erinnert an die Menschen, die mit Zügen der Reichsbahn vom Güterbahnhof aus Darmstadt in die Todeslager deportiert wurden. Das besondere an diesem Erinnerungsort ist das gemeinsame Gedenken an die Deportation von über 3.000 Jüdinnen und Juden und fast 600 Sinti und Roma.

An der nächsten Station, dem Erinnerungsort der 1876 gebauten Liberale Synagoge Darmstadt, war Herr Kurz anregender Ansprechpartner für Erfahrungen aus der Ausstellung der Fundamente mitten im Klinikgelände. Der Förderverein feiert in diesem Jahr 150 Jahre mit vielfältigen Vorträgen und Rundgängen.

Eine Arbeitsgruppe an der TU Darmstadt ist bekannt für ihre virtuellen Rekonstruktionen zerstörter Synagogen. An der dritten Station haben wir uns die digitale Rekonstruktion der orthodoxen Synagoge in der Bleichstraße aus dem Jahr 1906 vor Augen geführt. Einen Eindruck von dieser Jugendstilsynagoge vermittelt folgender Link:  https://virtuelle-synagogen.de

Wie unterschiedliche Akteure an den drei Orten in Darmstadt Erinnerungskultur gestalten war Anlass für ein anregendes Gespräch zum Abschluss in der Alexander-Haas-Bibliothek bei Kaffee und Kuchen. Die Bibliothek mit ca. 8.000 Bänden geht auf einen Darmstädter jüdischen Geschäftsmann zurück, der nach dem Krieg zurückgekommen die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit aufgebaut hat.

Thomas Lehnardt