Jahrestagung 2027
Palästinensisch-Christliche Theologie im Kontext des jüdisch-christlichen Dialogs
Die aktuelle Situation in Israel und Palästina stellt nicht nur Ökumene weltweit, sondern auch den jüdisch-christlichen Dialog im deutschsprachigen Raum vor neue Herausforderungen und führt zu polarisierenden und teils entgrenzten Debatten. In diesem komplexen Spannungsfeld ist es entscheidend, Stimmen hörbar zu machen, die bislang häufig marginalisiert wurden – insbesondere palästinensisch-christliche Perspektiven.
Unsere Tagung beleuchtet die palästinensisch-christliche Theologie und ihre Besonderheiten im Kontext des jüdisch-christlichen Dialogs. Dabei möchten wir zur differenzierten Reflexion über palästinensisch-christliche Perspektiven, ihren Bezug zur aktuellen Situation sowie die Bedeutung der palästinensisch-christlichen Theologie für die christliche Position im jüdisch-christlichen Dialog beitragen. So soll das Potential theologischer Ansätze für Transformation und Versöhnung abgeklopft werden.
Es freuen sich auf Eure Teilnahme:
Susanne Bartsch, Anja Block, Martin Hailer, Ann-Kathrin Hasselmann, Joris Krapf, Katja Kriener, Theresa Landmann, Tobias Pfeifer, Maira Rehr, Sonja Thomaier, Mikuláš Vymětal, Gabriele Zander
Freitag, 8. Januar 2027
14:00
Eröffnung
Ankunft und Begrüßungskaffee
15:00
Verein
Mitgliederversammlung
18:00
Pause
Abendessen
19:15
Eröffnung
Tagungseröffnung
Tagungseröffnung und Einführung ins Thema
19:45
Vortrag
Building Bridges, Seeking Mutual Understanding
Vortrag und Diskussion mit Omar Haramy, Sabeel Ecumenical Liberation Theology Center, Jerusalem
21:00
Freizeit
Ausklang
Samstag, 9. Januar 2027
07:15
Pause
Frühstück
09:00
Spiritualität
Andacht
09:30
Vortrag
Jewish-Christian Relations in Israel: Public Attitudes, Tensions and Recent Trends
Vortrag und Diskussion mit Hana Bendcowsky, Rossing Center for Education and Dialogue, Jerusalem
10:45
Pause
Kaffeepause
11:15
Workshops
Workshoprunde I
12:30
Pause
Mittagessen / Pause
14:30
Workshops
Workshoprunde II
15:45
Pause
Kaffeepause
16:15
Dialog und Diskussion
Hana Bendcowsky und Omar Haramy im Gespräch
18:00
Pause
Abendessen
19:30
Freizeit
Bunter Abend
Sonntag, 10. Januar 2027
07:15
Pause
Frühstück
09:00
Spiritualität
Gottesdienst
10:00
Pause
Kaffeepause
10:30
Vortrag
Aspekte und Entwicklungen aus 40 Jahren christlicher Theologie im palästinensischen Kontext
Vortrag und Diskussion mit Uwe Gräbe, Stuttgart
12:00
Planung
Abschluss
12:30
Pause
Mittagessen und Tagungsende
Workshops
| Titel | Inhalt | Workshopleitung |
|---|---|---|
| Palästinensische Christinnen und Christen heute: Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven (mit Sally Azar) | Sally Azar ist die erste Pfarrerin der ELCJHL. Sie ist palästinensische Christin und wurde im Libanon und in Deutschland ausgebildet. Sie kennt sowohl die Spezifika deutscher wie palästinensischer Theologie und ist seit langem in vielen dialogischen Kontexten engagiert. Im Gespräch berichtet sie von der Lage der palästinensischen Christen vor Ort, von den Herausforderungen, die ihre spezifische Biographie mit sich bringen, und dem, was sie an deutscher Theologie und Kirche schätzt und auch, was sie sich wünscht. | Sally Azar ist Pastorin für die englischsprachige Gemeinde an der Erlöserkirche in Jerusalem. (Hybrider Workshop) |
| Gelobtes Land, umstrittene Schrift. Einführung in palästinensisch-christliche Hermeneutiken der Landverheißung (mit Prof. Dr. Aliyah El Mansy) | Die Landverheißung gehört zu den theologisch umstrittensten Textkomplexen der Bibel und zu den am seltensten gehörten Stimmen in ihrer Auslegung zählen palästinensisch-christliche Perspektiven. Dieser Workshop erschließt ausgewählte exegetische Hermeneutiken aus palästinensisch-christlicher Positionierung und befragt sie methodisch: Welche Lesestrategie liegt jeweils zugrunde? Was gewinnen diese Lektüren aus dem Bibeltext und was lassen sie liegen? Im Mittelpunkt steht die Frage, was diese Hermeneutiken für den jüdisch-christlichen Dialog leisten können und wo sie Herausforderungen produzieren. | Aliyah El Mansy ist Professorin für Bibelwissenschaften und ihre Didaktik an der Universität Münster. |
| Die Arbeit des Al Tufula Zentrums - christliche Palästinenserinnen in Nazareth (mit Nabila Espanioly) | In unserem Workshop wollen wir die Arbeit des Altufula Zentrums in Nazareth vorstellen, das verschiedene Projekte für Frauen und Kinder anbietet. Vor allem wird es um die Palästinenserinnen gehen, die Staatbürgerinnen in Israel sind. Sie werden dreifach diskriminiert: als Teil der palästinensischen Minderheit, als Frauen in Israel und als Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft. Wir wollen die Bemühungen und die Arbeit des Zentrums kennenlernen und von den kleinen Schritten hören, die möglich sind, Frauen in einer zerrissenen Gesellschaft zu stärken. | Nabila Espanioly ist eine christliche Palästinenserin. Sie lebt in Nazareth und hat dort das Center Al Tufula gegründet. 2003 erhielt sie den Aachener Friedenspreis für ihre Friedens- und Menschenrechtsarbeit. (Hybrider Workshop) |
| „Über den Dächern von Jerusalem“ – Der Nahostkonflikt im RU (mit David Geiß) | "Wenn ein Roman den Nahostkonflikt lösen könnte, gäbe es den Konflikt schon längst nicht mehr. Andererseits liegt in genau solchen Geschichten die Lösung“, schreibt Anja Reumschüssel in ihrem Nachwort zu Über den Dächern von Jerusalem, S. 328. Der Religionsunterricht kann einen Beitrag leisten zu Toleranz und Verständigung. Anhand des Romans von Anja Reumschüssel werden Möglichkeiten zum literarischen Lernen über den Nahostkonflikt, Judentum und Islam aufgezeigt. | David Geiß ist Schuldekan in Emmendingen und 2. Vorsitzender von Studium in Israel e.V. |
| Landverheißung im Widerstreit (mit Dr. Manuel Goldmann) | Im Streit um die biblische Landverheißung verdichtet sich die religiöse Dimension des Nahostkonflikts. Imperiale Instrumentalisierung wie auch theologische Spiritualisierung dieses biblischen Grundmotivs stehen einander in vielen Spielarten gegenüber. Im Workshop nehmen wir sie exemplarisch wahr und fragen nach Ansätzen, die einen Ausweg aus dieser fatalen Alternative zeigen – im Spannungsfeld von Landverheißung und Völkerrecht. | Manuel Goldmann (Shalav-Jahrgang VII) ist Pfarrer (i.R.) der EKKW und kann sich das eigene Theologe-Sein nicht ohne die Herausforderungen der christlich-jüdischen Begegnung vorstellen. |
| Predigen, als ob Jesus ein Palästinenser wäre?? (mit Dr. Rainer Stuhlmann) | Ob "Doppelte Solidarität“ möglich und hilfreich ist, zeigt sich in konkreter Praxis, auch in der Predigtpraxis. Rainer Stuhlmann bittet als Gesprächsgrundlage für den Workshop um (auch anonyme) Predigten oder Predigtauszüge, in denen sich zugleich das biblische Gespräch mit jüdischer und das ökumenische Gespräch mit palästinensischer Bibelauslegung spiegelt und/oder eine Kommentierung der politischen Situation aus europäischer Perspektive versucht wird (bis 1.1.27 an rainer.stuhlmann@ekir.de ). | Dr. Rainer Stuhlmann, Jg. 45, als rheinischer Pfarrer seit dem Studium engagiert im christlich-jüdischen Dialog, in Biblischer und Praktischer Theologie, Studienleiter in Nes Ammim (2011-2016), Interim-Propst in Jerusalem (2019/20), lebt in Köln. |
| Faithful Futures: Wie Glaube Menschenrechte und Miteinander stärken kann (mit Tobias Pfeifer) | Faithful Futures ist ein ungewöhnliches und großartiges Projekt von Rabbis for Human Rights und Sabeel (Jerusalem), das von der Europäischen Union gefördert wird. Jüdische, muslimische und christliche Religionsverantwortliche aus Israel und Palästina bringen zunächst in ihrer eigenen Gemeinschaft zusammen, wie sich Menschenrechte und Völkerrecht aus ihren Traditionen heraus begründen lassen. Danach begegnen sie einander. Der Workshop stellt Ansatz und Konzeption des Projekts vor und fragt: Was kann die palästinensisch-christliche Theologie in einem solchen Prozess einbringen? Welche Spannungen und Asymmetrien bleiben bestehen? Und was heißt das für den jüdisch-christlichen Dialog in Deutschland? Mit ausgewählten Textimpulsen und Kleingruppengesprächen probieren die Teilnehmenden Elemente des Ansatzes selbst aus. | Tobias Pfeifer ist Beauftragter der Nordkirche für Christlich-Jüdischen Dialog und Mittleren Osten. Er begleitet die Partnerschaft der Nordkirche mit Rabbis for Human Rights. |