Häufige Fragen
Was ist „Studium in Israel“?
„Studium in Israel“ ist ein durch die EKD und evangelische Landeskirchen gefördertes Programm, das ein Studienjahr (sowie theologische Fortbildungsveranstaltungen) in Jerusalem durchführt. Das Programm ermöglicht Studierenden der Theologie aller christlichen Konfessionen, zwei Semester an der Hebräischen Universität in Jerusalem (www.huji.ac.il) zu studieren. Dabei nehmen neben Studierenden mit dem angestrebten Abschluss des ersten kirchlichen Examens auch Studierende aus Lehramts- und Magisterstudiengängen teil. Das Programm eines Studiums in Israel besteht aus zwei wesentlichen Komponenten:
- dem eigenständigen Studium an der Hebräischen Universität, bei dem die Studierenden einer Jahrgangsgruppe gemeinsam Kurse in rabbinischer Literatur (Talmud/Midrasch) belegen und darüber hinaus individuell zusammengestellte Lehrveranstaltungen besuchen,
- einem durch den Studienleiter von „Studium in Israel“ organisierten Begleitprogramm. Dieses Begleitprogramm bietet Blockseminare, wöchentliche Abendveranstaltungen und Exkursionen. Diese Veranstaltungen dienen dazu, das Studium an der Hebräischen Universität einzubinden in das eigene Studium der Theologie sowie die Situation christlicher Studierender in Israel zu reflektieren.
Mit seinen beiden Komponenten bietet das Studienprogramm die außergewöhnliche Gelegenheit, neue akademische Perspektiven zu gewinnen und gleichzeitig den persönlichen christlichen Horizont entscheidend zu erweitern.
An welcher Universität studiere ich?
Die Studierenden, die am Programm teilnehmen, werden als visiting graduate students an der Hebräischen Universität immatrikuliert. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, an allen Veranstaltungen der diversen Fachbereiche teilzunehmen. Sie studieren gemeinsam mit israelischen und internationalen Studierenden. Diese Konstellation bietet die außergewöhnliche Gelegenheit, mit und von Kommiliton(inn)en und Dozent(inn)en jüdischen Glaubens zu lernen.
Was studiere ich?
Im Rahmen des Studienprogramms von „Studium in Israel“ studieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigenständig an der Hebräischen Universität. Gemeinsam lernen sie modernes Hebräisch und belegen Kurse in rabbinischer Literatur (Talmud und Midrasch). Darüber hinaus gehen die Studierenden individuell eigenen akademischen Interessen nach. Dabei studieren sie Kurse so unterschiedlicher Fachbereiche wie Bibelwissenschaften, jüdische Studien, Geschichte, Archäologie, Germanistik oder Philosophie. Unterrichtssprache ist üblicherweise Hebräisch, ausnahmsweise auch Englisch.
Wie lange dauert das Studium in Israel und wie läuft es ab?
Das Studium an der Hebräischen Universität umfasst zwei Semester, die Mitte Oktober beginnen und Mitte Juni enden. Unmittelbar vor dem Wintersemester lernen die Studierenden im Sommersprachkurs der Hebräischen Universität gemeinsam modernes Hebräisch. Zweck dieses Sprachkurses ist es, das bereits in Deutschland aufgenommene Studium des modernen Hebräisch so zu intensivieren, dass die Teilnehmer in die Lage kommen, hebräischsprachige Kurse an der Universität zu belegen. Der Sommerkurs beginnt Anfang August.
Was sind die formalen Voraussetzungen, um teilzunehmen?
Für die Teilnahme am Studienprogramm "Studium in Israel" können sich Studierende der Theologie aller Konfessionen bewerben, neben Studierenden mit dem angestrebten Abschluss des ersten kirchlichen Examens auch Studierende aus Lehramts- und Magisterstudiengängen. Voraussetzungen für die Bewerbung sind
- der Abschluss des Grundstudiums vor Beginn des Studiums in Israel,
- Nachweis des Hebraicums oder äquivalenter Hebräisch-Kenntnisse,
- Einreichung der notwendigen Bewerbungsunterlagen (Einsendeschluss für diese Bewerbung ist der 15. November),
Wie bewerbe ich mich?
Die für eine Bewerbung notwendigen Unterlagen können hier heruntergeladen werden oder bei Sabine Rumpel in der Geschäftsstelle von "Studium in Israel" unter folgender Adresse angefordert werden:
Studium in Israel
e.V.
Postfach 21 03 02
72026 Tübingen
sabine.rumpel@studium-in-israel.de
Die vollständigen Bewerbungsunterlagen, die neben Studiennachweisen und einem Lebenslauf insbesondere auch eine Darlegung der theologischen Motivation für ein Studium in Israel sowie zwei Gutachten von Universitätsdozenten/-innen umfassen, sind bis zum 15. November an dieselbe Adresse einzusenden.
Auf diese schriftliche Bewerbung antwortet der Arbeitskreis mit einer Einladung zur jährlichen Auswahltagung für das Studienprogramm Anfang Januar, bei der Grundkenntnisse in modernem Hebräisch, Problembewusstsein in Fragen des jüdisch-christlichen Gesprächs sowie historisch-politischen Problemen des Staates Israels und die persönliche Motivation für das Studium in Israel geprüft werden.
Wie bereite ich mich auf die Bewerbung vor?
Auf die Auswahltagung für das Studienprogramm sollten sich die Bewerber(innen) vorbereiten durch
- die Teilnahme an einem regionalen Infotag (hier können viele Fragen im Vorfeld der Bewerbung geklärt werden und das Gespräch mit Ansprechpartnern/-innen an der jeweiligen Fakultät gesucht werden) oder die Kontaktaufnahme mit Ehemaligen,
- das Studium des modernen Hebräisch (wichtige Hinweise hierzu bieten ebenfalls die Infotage, sowie diese Homepage; eine Probeklausur zum Test des eigenen Könnens gibt es hier auf der Homepage),
- die Beschäftigung mit Fragen des jüdisch-christlichen Gesprächs sowie historisch-politischen Problemen des Staates Israels durch eigenständige Lektüre (dazu leitet eine entsprechende Bibliographie an).
Welche Kosten sind verbunden mit dem „Studium in Israel“?
Die EKD und Studium in Israel e.V. tragen die Kosten des Begleitprogramms und sorgen für die Finanzierung der Studiengebühren der Hebräischen Universität. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen selbst für die Lebenshaltungskosten auf, die ein Studienjahr mit sich bringt. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten in Israel sind in etwa denen in Deutschland vergleichbar. Diese Kosten finanzieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer üblicherweise über Stipendien der bekannten Stipendienwerke, direkte Austauschprogramme ihrer Hochschulen (diese Möglichkeit besteht z.B. in Heidelberg) oder über die Auslandsförderung nach dem BAFöG. Die Erfahrung zeigt, dass der Wunsch, am Studienprogramm teilzunehmen, nicht an der Finanzierung scheitert.
Wo wohne ich in Israel?
Wie an einem Studienort in Deutschland kümmern sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Studienprogramm selbstständig um eine Unterkunft in Jerusalem. Dazu gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten:
- die Hebräische Universität bietet Zimmer in Wohnheimen in Campus-Nähe;
- die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jeweils vorangehenden Studienjahres, die in Privatwohnungen in der Stadt (meist in Wohngemeinschaften) wohnen, können i.d.R. ihre Zimmer an interessierte Nachmieter/-innen weitergeben;
- für Abenteuerlustige bietet der Sommersprachkurs die Gelegenheit, auf eigene Faust auf Zimmersuche zu gehen (der Wohnungsmarkt in Jerusalem ist momentan ziemlich entspannt).
Was bringt mir das Studium in Israel für mein Studium in Deutschland?
Ein Studienjahr in Israel ist eine einmalige Herausforderung: als christliche Theologen studieren wir an einer jüdischen Universität, als Europäer leben wir ein Jahr mitten im Nahen Osten, als Deutsche in Israel. Neben einer neuen modernen Fremdsprache gewinnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Studienprogramm so einen ganz neuen Horizont.
Gleichzeitig bietet die Hebräische Universität exzellente Bedingungen für ein individuelles Studienprogramm, dass das Studium in Deutschland vielfältig bereichert. Insbesondere sprachliche Kenntnisse (besonders in Hebräisch und anderen semitischen Sprachen) sowie das Studium der exegetischen Fächer Altes und Neues Testament wird in einer Weise gefördert, die eine Theologiestudium in Deutschland kaum leisten kann. Über diese Kernbereiche der Bibelwissenschaft und der jüdischen Studien hinaus gibt es außerdem unterschiedlichste Möglichkeiten der individuellen Schwerpunktsetzung in Fächern wie Geschichte, Germanistik, Philosophie oder Politikwissenschaft.
Die abgelegten Seminare und Leistungen können je nach Absprache und Fakultät in Deutschland einzeln angerechnet werden. Die Anrechnung in Deutschland wird insbesondere auch dadurch erleichtert, dass Seminararbeiten bei vielen Dozenten der Hebräischen Universität, die des Deutschen mindestens passiv mächtig sind, auf deutsch geschrieben werden können und somit in der Regel problemlos in Deutschland eingereicht werden können.
Die beiden Studiensemester als solche werden in Deutschland nicht angerechnet; die Studierenden lassen sich von ihrer deutschen Universität i.d.R. beurlauben. Die Durchführung mehrerer in Deutschland anerkennungsfähiger Module für das Hauptstudium ist grundsätzlich möglich.
In Stichworten: Wie sieht der „Fahrplan an die Hebräische Universität“ aus?
- Besuch eines regionalen Infotages Ende Juni/Anfang Juli
- Bewerbung bis 15. November
- Auswahltagung Anfang Januar
- Zwei Wochen Mini-Ulpan (Mini-Sprachkurs) im Anschluss an das Wintersemester
- Kontinuierliches, betreutes Erlernen des Neuhebräischen (Tele-Ulpan)
- Einstufungstest in Deutschland für den Sommerulpan an der Hebräischen Universität ca. einen Monat vor dem Abflug
- Sommerulpan an der Hebräischen Universität im August und September
- Erstes Blockseminar und erste Exkursion Ende September/Anfang Oktober
- Wintersemester an der Hebräischen Universität von Oktober bis Januar
- Zweites Blockseminar und zweite Exkursion in den Semesterferien
- Sommersemester an der Hebräischen Universität von März bis Juni
- Jahrestagung des Vereins und Vorstellung des aus Israel zurückgekehrten Jahrgangs in der ersten Januarwoche des Folgejahres
Studium in Israeal e.V. – Ein Studienjahr an der Hebräischen Universität Jerusalem
